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Siegi

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Estrichleger steigen auf den LEAN-Zug

AbdichtungsarbeitenSIEGI.241 gewinnt dieser Tage zunehmend an Struktur und Konturen – und zwar innen wie außen: Bei der Fenstermontage läuft der Endspurt; nur im 5. Bauabschnitt fehlen oben (Staffelgeschoss) und unten (Erdgeschoss) noch wenige Rahmen und Fenster. Bis Ende kommender Woche wird meine Fassade fast vollständig verglast sein – einzig die großen Flächen an meiner Gebäudefront stehen dann noch aus. Im März werden die Pfosten-Riegel-Glasfassaden der Kantine und der Poststelle errichtet; die großen Glasscheiben des Foyers, die sich über zwei Etagen erstrecken, und die Drehtrommel-Eingangstür werden erst später montiert.

Abdichtungsarbeiten

Derweil haben die Dachdecker im 1. Bauabschnitt begonnen, auf dem Dach über dem Staffelgeschoss die Dämmung und die zweite Abdichtungsschicht zu verlegen. An meiner Fassade kommt die Kolonne der Firma Warema gut voran: Die Sonnenschutzlamellen in den Baubereichen 1 und 2 sind bereits montiert. Und auf meinem Außengelände ist die STRABAG Verkehrswegebau dabei die Umfassungswände der Kran-Fundamente zu entfernen und arbeitet weiter an meinem zweiten Kanal-Anschluss zwischen der Gebäude der Hauptverwaltung 3 und der Dr-Simons-Straße.

Beim Innenausbau im 1.OG geht es jetzt Schlag auf Schlag: In dieser Woche ist mit den Estrichlegern ein neues Gewerk auf den LEAN-Zug gestiegen; noch bis zum Wochenende wird in den WCs und Putzmittelräumen der Etage Estrich verlegt. Parallel dazu schleifen die Trockenbauer die Gipskarton und Putzwände als Grundlage für die Malerarbeiten, die dann in der nächsten Woche beginnen sollen. In der Folgewoche, wenn der Estrich ausreichend getrocknet ist, kommen  die Fliesenleger ins Spiel, um die Feuchträume mit Fliesen zu versehen. Und schon Mitte März, wiederum nur eine Woche später, soll – wenn alles gut läuft – in den Büros der erste Teppichboden verlegt werden.

Einbau des Estrichs

Der fertige Estrich

Kanalarbeiten an der Dr.-Simons-Straße

„Wir sind sehr früh dran und so gut getaktet, dass sich die Nachunternehmer nicht gegenseitig behindern“, sagt mein Projektleiter Andreas Iselborn. Also: „Was wir machen können, das machen wir auch.“ Wenn der Teppich liegt, fehlt nicht mehr viel zur nutzbaren Büroetage: Es müssen später nur noch Steckdosen, Schalter, Lüftungsblenden und die Glastüren montiert werden – dann könnten die schon Möbel kommen. Im dafür laufenden Ausschreibungsverfahren ist bisher noch keine Entscheidung gefallen. Deshalb müsst Ihr auch noch ein wenig gedulden, bis ich Euch hier die ersten Einblicke in das ansonsten schon fertig ausgestattete Musterbüro bieten kann. Die Bilder kommen aber noch – versprochen!

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Die Hüter von Ordnung und Sauberkeit

Heute wird’s hier thematisch ein bisschen schmutzig: Es geht um den Müll auf meiner Baustelle oder – besser gesagt – um dessen systematische Entsorgung. Das ist die Aufgabe und ein angestammtes Kerngeschäft der Firma ProSite GmbH aus Dorsten. Ob Glaswollreste von der Dämmung,  Verpackungsfolie oder Gipskarton-Verschnitt: Seit dem Start meines Innenausbaus vor gut zwei Monaten organisiert und koordiniert ProSite Sammlung, Trennung und Abtransport sämtlicher anfallender Abfallarten. „Unser Ziel ist es, den Restmüll so weit wie möglich zu minimieren“, sagt Dirk Leminski, der hier vor Ort als Bauleiter des Unternehmens die Fäden in der Hand hält.

Dazu hat ProSite auf jeder Etage nahe des Bauaufzugs acht Rollcontainer aus Kunststoff mit 1100 l Fassungsvermögen aufgestellt und für die sortengerechte Trennung mit entsprechend bebilderten und in verschiedenen Sprachen beschrifteten Schildern versehen. Für Metall, Gips, Folie, Dämmung, Holz, Pappe, Bauschutt und Restmüll gibt es jeweils eigene Container, die von den Teams der Ausbau-Firmen selbst befüllt werden. Alle Gewerke seien verpflichtet, ihren eigenen Müll einzusammeln, so Dirk Leminski: „Die Arbeitsplätze sind werktäglich besenrein zu verlassen.“ Eine Vorgabe, die ProSite regelmäßig kontrolliert. Bei etwaigen Verstößen, gibt es zunächst eine informelle Mängelanzeige auf Papier, gewissermaßen also die „gelbe Karte“. Erst wenn diese Rüge nicht fruchtet, kommt es zu einer formellen Anzeige, über die auch mein ZÜBLIN-Projektleiter Andreas Iselborn informiert wird.

Als letztes Mittel drohen sogar Geldstrafen; dafür gibt es einen Bußgeldkatalog mit genau festgelegten Sätzen für gängige (Bau-)Ordnungsverstöße im ProSite-Regelwerk, dem sich jede an meinem Bau beteiligte Firma verpflichtet hat. Aber so weit sei es hier bei mir noch nicht gekommen, weiß Oberbauleiter Sebastian Kropp. Ohnehin seien Probleme mit der Entsorgungsdisziplin am Bau mittlerweile eher die Ausnahme. Schließlich biete die koordinierte Entsorgung auch Vorteile; niemand werde mehr durch den Müll anderer bei der Arbeit behindert. Folge, so Sebastian Kropp: „Die Akzeptanz dafür ist heute bei den meisten Unternehmen vorhanden.“

Die folgenden Schritte in der Entsorgungskette auf meiner Baustelle regelt ProSite in Eigenregie. Dazu nutzt das Unternehmen den Bauaufzug, der auch zur Materialversorgung dient, und hat an meiner Vorderseite, über eine Partnerfirma nahe der Parkplätze sieben 36 m³ große Metallcontainer aufstellen lassen. Ein eigens dafür abgestellter, gewerblicher Mitarbeiter kümmert sich täglich um die Kontrolle und Entleerung der Müllcontainer auf meinen Etagen. Sein Arbeitsgerät ist ein Teleskop-Gabelstapler mit hydraulischem Kippomat. Damit füllt er den gesammelten Abfall aus den Kunststoffcontainern von oben in die großen Metallcontainer, die wiederum von der ProSite-Partnerfirma bei Bedarf geleert werden. Bislang mussten lediglich Gipsmüll und Holzabfall zur weiteren Entsorgung abtransportiert werden.

Mit dem Bauaufzug werden u.a. die Müllcontainer befördert.

Das kleine ProSite-Team um Dirk Leminski hat seinen Sitz in den zwei gestapelten Containern am Baustellen-Eingang. Von hier wird auch die Zugangskontrolle und die gesamte Transport- und Ladelogistik auf meiner Baustelle geregelt. Dazu erhalten alle neuen Ausbau-Partner von ProSite eine Einweisung in die Baustellen-Regeln und einen Benutzerzugang zu der webbasierten Plattform „ProJect“. Dort müssen sie Nachweise wie Gewerbeschein, SOKA-Bau und Handelsregisterauszug hochladen sowie sämtliches, hier bei mir eingesetztes Personal mit drei Tagen Vorlauf anmelden. Denn, so Dirk Leminski: „Jeder, der auf der Baustelle Zugang hat, braucht einen Ausweis.“ Die SIEGI.241-Ausweise werden schon im Vorfeld vorbereitet und müssen dann hier vor Ort nur noch durch ein Foto ergänzt werden.

In diesen Containern sind die Kolleginnen und Kollegen der Firma ProSite zu finden.

Auch ihre Materialtransporte müssen die Firmen vorab im „ProJect“-Terminkalender anmelden – und zwar mit Angabe eines Ansprechpartners samt Telefonnummer, der bei der Entladung dabei sein muss, sowie weiteren Eckdaten von der Ladungsmenge über die Fahrzeuggröße bis hin zur voraussichtlichen Ladezeit, die Dirk Leminski dann mit seiner Erfahrung auf Plausibilität hin prüfen kann. Vor meinem Rohbau hat ProSite insgesamt drei feste (Ent-)Ladezonen definiert, die zusammen mit dem nötigen Zeitfenster und bei Bedarf auch dem Bauaufzug über den „ProJect“-Kalender gebucht werden können. Die jeweilige Auslastung der Ladebereiche wird dort für alle Bau-Beteiligten transparent und tagesaktuell widergespiegelt. Mit dieser straffen Ordnung verhindert ProSite Behinderungen und Lieferstaus auf meiner Baustelle – ein wichtiger Baustein dafür, dass mein Innenausbau nicht aus dem LEAN-Takt gerät.

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LEAN-Takt statt Trömmelche

Hallo und Alaaf zusammen! Ja, da ist sie endlich wieder: die schöne Fastelovend-Zigg. Und viele von Euch werden den Höhepunkt der Session gebührend feiern, auf den Straßen und in den Kneipen. Wie sich das gehört bei uns in Köln. Eigentlich, jedenfalls. Denn es gibt auch Ausnahmen; eine davon ist meine Baustelle. Die ist sozusagen karnevalsfreie Zone, nichts mit Fiere, Bütze und Schunkele L – hier wird stramm durchgearbeitet. LEAN-Takt statt Trömmelche, sogar am Rosenmontag! „Dies ist der Wunsch unserer Nachunternehmen“, erklärt mein Projektleiter Andreas Iselborn. „Die meisten Firmen und Arbeiter kommen nicht aus dem Rheinland, die wollen arbeiten.“ Allerdings: Das SIEGI.241-Kernteam von ZÜBLIN, also die Bauleitung, gönnt sich Rosenmontag eine wohlverdiente Auszeit. Mit einer Ausnahme: Polier Reinhard Meister hält am Bau und im Büro die Stellung. „Freiwillig, wohlgemerkt“, wie Andreas Iselborn betont.

Der Kran wird in seine Einzelteile zerlegt und abtransportiert.

 

Und sonst? Seit Mittwoch ist SIEGI.241 kranlos; in wenigen Stunden hat das Team der BMTI auch den Kran an meiner Südseite (K1) abgebaut und abtransportiert. Damit ist auch nach außen hin für jedermann sichtbar, dass mein Rohbau inklusive Aufräumarbeiten endgültig abgeschlossen ist. Unterdessen sind auch im 3.OG alle Fenster montiert, versiegelt und abgedichtet, sodass der Innenausbau begonnen hat: die Kapillarrohrmatten an den Decken sind vormontiert und in den Abschnitten 3.1 und 3.2 werden Decken, Wände und Stützen verputzt.

Die Kapillarrohrmatten hängen bereits.


Deutlich länger ist der LEAN-Gewerkezug in der ersten Etage, die beim Ausbau führend ist: Hier wird am Freitag in Bauabschnitt 1.5 der letzte Fließestrich auf dem Hohlraumboden verlegt; dann ist der komplette Unterboden im 1. OG fertig und kann über Karneval trocknen. Kommende Woche werden hier die ersten Gipskarton-Abhangdecken in Teeküchen, Kopierräumen und Sonderbereichen (Meeting-Points u.ä.) montiert. Grund: Alle offenen Räume sollen die gleiche Deckenhöhe bekommen wie die später ebenfalls abgehängte Flurdecke. Außerdem wird bis Aschermittwoch das Musterbüro im 1. OG fertig eingerichtet sein, also samt Teppich, Möbeln und Leuchten. Bilder davon zeige ich Euch dann nach Karneval. Bis dahin: Feiert schön, sammelt fleißig Kamelle und trinkt ein Kölsch für mich mit!

Vorstellung

LEAN-SIEGI: Der Taktgeber

Heute stelle ich Euch in meinem Baustellen-Logbuch mal wieder ein Mitglied aus dem SIEGI.241-Team näher vor: Es geht um Sebastian Eyl. Der 38-Jährige koordiniert den zeitlichen und räumlichen Ablauf meines Innenausbaus, gibt als LEAN-Manager für die Ausbau-Gewerke den Takt vor. LEAN Construction heißt die Methode – wie das funktioniert und worum es dabei geht, habe ich Euch im Dezember beschrieben.

Was Ihr noch nicht wisst: Als einer von bisher drei LEAN-Managern der ZÜBLIN-Direktion NRW betreibt Sebastian Eyl gleichzeitig auch Pionierarbeit für die junge Gruppe LEAN Construction/Logistik. In Ein-Tages-Schulungen führt das dreiköpfige LEAN-Team nach und nach alle Beschäftigten der Direktion NRW  in die Methode des LEAN Managements ein – ein Eckpfeiler der laufenden LEAN-Aufbauarbeit.  „Sämtliche Projekte der Direktion sollen mittelfristig mit LEAN Construction realisiert werden. Und dazu soll jeder Bereich künftig auch seine eigenen LEAN-Manager ausbilden“,  umreißt Sebastian Eyl das Ziel. In den Kurz-Seminaren leisten er und seine Kollegen dafür die Überzeugungsarbeit; stellen konventionelles und LEAN-getaktetes Bauen in Theorie und Praxis gegenüber. „Es soll“, so Eyl, „einen Aha-Effekt geben.“

Es ist rund anderthalb Jahre her, da hat Sebastian Eyl selbst ein solches Aha-Erlebnis. Im Frühjahr 2016 ist er Bauleiter beim ZÜBLIN-Bereich Bonn und ausgeliehen an den Fachbereich Immobilien im BRVZ der STRABAG-Gruppe. Er betreut als technischer Projektleiter die Konzernneubauten in Vechta und Kulmbach – übernimmt aber parallel noch das technische Controlling für ein ZÜBLIN-Projekt: Es geht um die Sanierung des Telekom-Fernmeldezentrums Köln mit 17 Etagen. Kein einfaches Projekt; es gibt 21„pönalisierte“ Zwischentermine, heißt: werden Übergabefristen nicht eingehalten, sind Vertragsstrafen fällig. Und schon bald gab es Probleme. „Wir hatten eine hohe Mängelrate; die Übergabe der ersten Etagen gestaltete sich schwierig“, erinnert sich Sebastian Eyl.

Und dann kommt LEAN ins Spiel: Die gerade neu gegründete Einheit schlägt vor, die Methode in dem Projekt zu testen – und hat auf Anhieb durchschlagenden Erfolg. „Wir konnten die Etagen rechtzeitig übergeben und die Zahl der Mängel deutlich senken“, berichtet Sebastian Eyl. Es ist sein erster Kontakt zu LEAN Construction. „Ich war überrascht, beeindruckt und gleich von der Methode überzeugt.“ Ein Schlüsselerlebnis für Sebastian Eyl. Er bewirbt sich auf die ausgeschriebene Stelle eines LEAN-Managers bei der ZÜBLIN-Direktion NRW und wechselt im März 2017 nach Düsseldorf in die Stabstelle Service Technik. Neben mir betreut Sebastian Eyl noch zwei weitere Projekte als LEAN-Manager, die Trivago-Zentrale und der Wohnpark „La Vie“, beide in Düsseldorf.  Jobbegleitend lässt er sich zudem intern weiterbilden; noch bis zum April läuft die Fortbildung zum LEAN-Experten.

Es war nicht das erste richtungsweisende Aha-Erlebnis im  Leben von Sebastian Eyl. Nach dem Abitur im heimischen Puderbach bei Neuwied beginnt er eine Ausbildung zum Bauzeichner im Hochbau bei einem Planungs- und Architektur-Büro. Schon in Schulpraktika hat er hier erste Erfahrungen gesammelt und: „Ich wollte erst einmal etwas Praktisches lernen.“  Dann kommt das Projekt „T-Mobile 2“ in Bonn, sein Ausbildungsbetrieb hat die Gesamtbauleitung, Sebastian Eyl ist für die Ausschreibungen zuständig – und sofort fasziniert von der Dimension und den vielen Facetten des Büro-Neubaus. „Irgendwie hat mich das gepackt. So ein Großprojekt zu betreuen, das hat Spaß gemacht.“ Für Sebastian Eyl ist es die Initialzündung, sein Wissen und Fähigkeiten an einer Hochschule auszubauen.

Nach der Ausbildung beginnt er sein Bauingenieur-Studium, Fachrichtung Konstruktiver Ingenieurbau, an der FH Koblenz. Dort wird das Praxissemester gleich wegweisend für den angehenden Bauingenieur: Für den ZÜBLIN-Bereich Bonn arbeitet er mit am Projekt World Conference Center Bonn (WCCB); der Rohbau-Komplex mit dem UN-Kongresszentrum und angeschlossenem Hotel ist für Sebastian Eyl der Einstieg ins Unternehmen. Auch als Werkstudent arbeitet er neben dem Studium weiter für ZÜBLIN Bonn, schreibt seine Diplom-Arbeit über das WCCB – und beginnt zum Jahresbeginn 2010 als technischer Trainee bei ZÜBLIN in Bonn. Als Trainee sammelt er 15 Monate lang Erfahrungen in vielen Abteilungen des Konzerns und wird schließlich direkt als Bauleiter für Roh- und Ausbau übernommen. Für den Bereich Bonn betreut Sebastian Eyl die neue Modulbauklinik der Uni-Klinik Bonn, den Hochschul-Neubau in Lippstadt und das Konzerngebäude (Campus Deutz, Torhaus) hier nebenan, an der Siegburger Straße 229 – bis ihn die LEAN-Begeisterung erfasst und nach Düsseldorf führt.

„Die LEAN-Methode zeigt schon sehr früh zeitliche Probleme und Fehlinterpretationen von Abhängigkeiten auf, sodass man rechtzeitig reagieren und gegensteuern kann“, erklärt Sebastian Eyl. Grundsätzlich gehe es darum, schon im Vorfeld von Projekten nach dem „Best Practice“-Prinzip das Wissen von möglichst vielen Beteiligten zu bündeln, um einen „reibungslosen Bauablauf und eine hohe Prozessstabilität“ zu erreichen. LEAN, so Sebastian Eyl,  sei „kein Allheilmittel“, aber eine wertvolle Hilfe bei der Planung – sofern alle Projekt-Beteiligten, auch die Nachunternehmen, am gleichen Strang ziehen und kooperieren; heißt: TEAMS WORK., den Slogan der STRABAG-Gruppe, mit Leben füllen.

Den Ausgleich zur straff getakteten Arbeit als LEAN-Manager findet Sebastian Eyl beim Sport in seiner Wahlheimat Düsseldorf: Dort trifft er sich spontan mit Freunden zum Basketballspielen, besucht das Fitnessstudio oder geht Laufen im Grafenberger Wald. Und im Winter geht’s zum Skifahren, gerne nach Sölden in Tirol. Vor knapp fünf Jahren ist Sebastian Eyl mit seiner Freundin von Koblenz nach Düsseldorf gezogen, genießt dort das breite Freizeitangebot und die Nähe zum Rhein. (Räusper) Sebastian Eyl grinst und ergänzt: „Ich trinke trotzdem gerne Kölsch, …. aber Alt kann man auch gut trinken.“

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Sturm-Prüfung bestanden

Hui, war das stürmisch – Grund genug für eine kleine Bilanz zum Orkan am letzten Donnerstag: „Friederike“ hat mir mit ihren kräftigen Windböen tüchtig die Dach-Einhausungen zerzaust; einige Kunststoffplanen sind gerissen, andere mussten aus Sicherheitsgründen abgeschnitten werden. Ärgerlich, aber kein Drama: In dieser Woche hat der Dachdecker meine Wetterschutz-Haube wieder repariert und gerichtet. „Ansonsten gab es keine Schäden“, berichtet mein Projektleiter Andreas Iselborn. Alles, was auf meiner Baustelle nicht sturmfest war, wurde schließlich schon im Vorfeld gesichert. Nach der Sturmwarnung der Meteorologen waren zum Beispiel die Banner an meinen Bauzäunen entfernt worden und der Dachdecker hatte sein Dämmmaterial in die windgeschützten Innenhöfe geräumt. Dass der Kranführer den Ausleger entriegelt, damit sich dieser frei im Wind drehen kann, war nicht mehr als die vielfach bewährte Baustellen-Routine. Fazit: SIEGI.241 hat seine erste Sturm-Prüfung weitgehend schadlos bestanden.


 

In dieser Woche haben die Arbeiten an meinem zweiten Kanalanschluss begonnen; der  Dachdecker verkleidet die umlaufenden Attiken mit Blech, und die Fensterbauer haben sich im Erd- und im Staffelgeschoss bereits zu dem zweiten Bauabschnitt vorgearbeitet. Das meiste tut sich natürlich unverändert hinter meiner Fassade beim Innenausbau in den Etagen 1 bis 3. Hier ist es nicht nur trocken, sondern auch wohlig warm: An meiner Nordseite und in den Innenhöfen laufen mittlerweile ein halbes Dutzend Diesel-Heizungen, die über flexible Warmluftzuführungen (sogenannte Lutten) mit 80 cm breiten Auslässen für angenehme Temperaturen in meinem Rohbau sorgen. Verputzer und Trockenbauer haben ihre Teams unterdessen aufgestockt. Nachdem das 1. Obergeschoss mittlerweile fertig verputzt ist und auch die letzten Fenster im 3. Stock versiegelt sind, trägt die Putz-Kolonne in dieser Woche den Deckenputz in Abschnitt 3.1 auf, damit dort die bereits vormontierten Kapillarrohrmatten frisch in frisch verlegt werden können. Im führenden Bauabschnitt 1.1 schließen die Trockenbauer dieser Tage die zuvor verkabelten Bürowände und starten zudem mit der Montage der ersten Wände im 2. OG. Parallel dazu werden die Hohlraumböden in den Etagen 1 und 2 mit Estrich versehen; jede Woche mindestens ein neuer Abschnitt.

Anbringung der Kapilarrohrmatten in Bauabschnitt 3.1

In den Fluren liegen einige Meter an Kabel… hier Bauabschnitt 2.2. Rechts im Bild ist übrigens einer der Think Tanks zu sehen.

Und sonst? Laufen wieder Vergabe-Verhandlungen. Es geht um die Gaslöschanlage für das Rechenzentrum, den (einheitlichen) Teppichboden und – last not least – um die Fliesen für die Treppenhäuser, WCs, Tee-Küchen etc. Der Farbton steht schon fest: Anthrazit wird gefliest. Mir gefällt’s, ist neutral und elegant zugleich.

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Die Verkabelung meiner Wände beginnt

Auf meiner Baustelle geht es weiter voran: Inzwischen hat der Dachdecker die erste Abdichtungslage auf meinem gesamten Dach vollständig verlegt, und die umlaufende Wetterschutz-Einhausung reicht – weithin sichtbar – bereits bis zum Ende des 4. Bauabschnitts. Meine 3. Etage ist mittlerweile komplett verglast; einzig Abdichtung und Versiegelung in Abschnitt 5 stehen noch aus. Und an meiner Nordfassade sind auch im Erd- und im Staffelgeschoss (4.OG) schon die ersten Fenster montiert.

Derweil ist das meiste, was in meinem Rohbau passiert, für außenstehende Beobachter nicht einzusehen. So hat etwa die Decken-Installation in der Tiefgarage begonnen; dort werden nach und nach Elektrokabel, Lüftungsrohre und Abwasserleitungen verlegt. Und beim Innenausbau geht es Schlag auf Schlag, zum Beispiel im 1.OG:  Im Abschnitt 1.1 haben die Elektriker mit der Verkabelung der zur Hälfte fertig aufgestellten Gipskartonwände begonnen, während parallel dazu der Lüftungsbauer die Lüftung im Flur installiert. Nebenan (Abschnitt 1.2) werden die Flurwände gestellt, in 1.3 erhält der Hohlraumboden seine Estrich-Schicht, in 1.4 werden die Kabel am Boden verlegt, und in 1.5 die Außenwänden und Stützen verputzt. Die zweite Etage hat der LEAN-Zug – mit ca. 3 Wochen Zeitversatz – ebenfalls flächendeckend in Beschlag genommen, während in dieser Woche nun auch im 3.OG die vorbereitenden Arbeiten für den Innenausbau begonnen haben. Die Schlüsselgewerke, die den Baufortschritt maßgeblich bestimmen, sind derzeit (Wand-)putz und Trockenbau: „Beide Gewerke müssen ihr Personal weiter aufstocken, um das Tempo des LEAN-Takts halten zu können“, sagt mein Projektleiter Andreas Iselborn.

Deckeninstallation in der Tiefgarage

Schon bald gibt es auf meiner Baustelle auch von außen wieder mehr zu gucken. Am 29. Januar, wenn im 1. Bauabschnitt auf allen vier Etagen sämtliche Fenster montiert sind, beginnt das Team der Firma Weiss meine Nordfassade zu dämmen. Von unten nach oben werden zunächst die WDVS-Platten verlegt und im zweiten Schritt weiß verputzt. Parallel dazu wird der außenliegende Sonnenschutz installiert – erst auf der Bahndamm-Seite (Ost), dann auf meiner Vorderseite fixieren die Warema-Monteure die Lamellen in den schwarzen Metallkästen auf den Fenstern, die seit dieser Woche montiert werden. Die Nordseite erhält keinen außenliegenden Lamellen, weil das Sonnenlicht aus dieser Richtung nicht direkt durch meine Fenster strahlt und damit auch niemand blenden kann. Ab Mai werden aber alle Fenster mit einem innenliegenden Blendschutz ausgestattet, der je nach Bedarf von Hand bedient werden kann.

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Eine Wetterschutz-Haube für SIEGI

Am Montag war es schlagartig vorbei mit dem ruhigen Jahresauftakt auf meiner Baustelle: Seit Beginn der Woche wird wieder an allen Ecken und Enden in, um und auf meinem Rohbau emsig gearbeitet; und 80 Handwerker der verschiedenen Gewerke sind mittlerweile beschäftigt – und ihre Zahl wird weiter steigen.

Die stürmische Witterung nach Neujahr hatte den geplanten Kranabbau um ein paar Tage verzögert, aber am 8. Januar konnte das Team der STRABAG BMTI zur Tat schreiten und hat den K2 binnen weniger Stunden demontiert und abtransportiert. Der zweite, höhere Baukran K1 wird noch benötigt, um Stützen, Träger und sonstiges Material aus dem Rohbau bzw. vom Dach meines Rohbaus zu hieven und um den Dachdecker mit Material zu versorgen. In dieser Woche erhalten nun auch die letzten Dachflächen in Bauabschnitt 5 ihre erste Abdichtungslage, was der Dauerregen vor Weihnachten noch verhindert hatte. Parallel dazu hat der Dachdecker im ersten Bauabschnitt begonnen, auf dem Dach die Dämmung und zeitnah die zweite Abdichtungsschicht zu verlegen – wozu es zwingend trocken sein muss; heißt: die Witterung bestimmt den Arbeitsfortschritt.

 

Abbau des K1

Einhausung der Fassade als Schutz vor Regen

Damit nicht auch die Ende Januar startenden Fassaden-Arbeiten den Launen des Wettergotts ausgeliefert sind, erhalte ich im Laufe des Monats sukzessive, rund um meine Dachkante eine Regenschutz-Haube. Im Bauabschnitt 1 hat der Gerüstbauer diese Einhausung aus Kunststoff-Folie bereits fertig montiert. Die umlaufende Wetterschutz-Plane hält den Regens weitgehend ab und stellt damit sicher, dass das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) hinreichend trocken montiert werden kann.

Von der kommenden Woche an bekomme ich außerdem den zweiten Kanalanschluss für Regen- und Schmutzwasser. Nachdem der erste bereits im vorigen Sommer an der Bahndammseite eingerichtet wurde, wird für diesen nun ein Graben ausgebaggert, der in der Dr.-Simons-Straße (tiefste Stelle) beginnt und an der Hauptverwaltung 3 vorbei bis hin zu mir führt. Kleine Vorwarnung: Für diese Erdarbeiten, die ca. Ende Februar abgeschlossen sein sollen, werden auch Teile der Parkplätze auf dem Gelände zeitweise gesperrt werden.

Die historische Dampfwalze, die vor der Hautverwaltung 3 stand, ist unterdessen am Donnerstag am frühen Morgen mit einem Schwertransporter auf den Weg nach Bebra gebracht worden. Grund: Auszubildende der STRABAG-Konzernlehrwerkstatt sollen das gute Stück dort zu Lehrzwecken restaurieren. Später kommt die Walze in frischem Glanz wieder zurück und soll einen Ehrenplatz an exponierter Stelle auf meinem Außengelände erhalten (dazu vielleicht später mal noch mehr). Sicher ist: Es wird nicht der alte Platz sein. Denn dort sollen nun die Unterflur-Müllcontainer Platz finden – sechs jeweils fünf m³ große Stahlboxen, in denen künftig Restmüll, Wertstoffe und Papier getrennt gesammelt werden.

Abtransport der historischen Dampfwalze

Unterdessen haben die beiden Fensterbau-Kolonnen mein 3. Obergeschoss fast vollständig verglast und für den Innenausbau von außen abgedichtet. In der kommenden Woche sollen – parallel zueinander – auch mein Erd- und Staffelgeschoss (4.OG) die ersten Fenster erhalten. Und wie sieht’s hinter meiner Fassade aus? In den Etagen 1 und 2 ist in allen Abschnitten mächtig Betrieb; der LEAN-Zug ist gut in Fahrt  – und wird immer länger: Seit Montag montieren die Trockenbauer in Bauabschnitt 1.1 die ersten Trägerrahmen und Gipskartonplatten für die Wände. In den Büros läuft das sozusagen im Sandwich-Verfahren; heißt: zunächst wird jeweils nur die erste Wandhälfte hochgezogen, bevor im zweiten Schritt die Elektriker von den im Hohlraumboden und in der Flurdecke verlegten Kabeln die Leitungen hochziehen, um an den Wänden Steckdosen und Schalter anschließen zu können. Erst danach werden die Platten für die zweite Seite der Wand auf dem Rahmen montiert: fertig ist der Gipskarton-Sandwich. Schon Ende Januar wird in Bauabschnitt 1.1 übrigens ein komplett ausgestattetes Musterbüro eingerichtet – fix und fertig: samt Teppich, Möbeln und Beleuchtung. Wenn’s soweit ist, bekommt Ihr hier einen Einblick mit Bildern. Versprochen.

Der Innenausbau schreitet voran

Hier noch weitere Fotos vom Abtransport der historischen Dampfwalze:

 

Events

Video-Rückblick auf das Richtfest

Hallo, da bin ich wieder. Ein frohes Neues Jahr, wünsche ich euch allen! Meine Feiertagspause ist vorbei. Aber auf meiner Baustelle geht es an diesen ersten Januartagen noch sehr ruhig zu. Nur vereinzelt sind hier schon wieder Handwerker aktiv; das Gros der Gewerke-Teams beginnt erst in der zweiten Kalenderwoche, meinen Innenausbau wie geplant fortzusetzen. Neuigkeiten gibt es also nicht berichten – stattdessen habe ich Euch die vor Weihnachten versprochene Überraschung mitgebracht: Das schicke Video aus luftiger Drohnen-Perspektive lässt noch einmal die Erinnerung an mein rauschendes Richtfest aufleben. Viel Spaß beim Anschauen!

 

 

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SIEGI wünscht fröhliche Weihnachten!

Bevor sich auch über meine Baustelle die besinnliche Weihnachtsruhe legt, wird hier bei SIEGI.241 noch einmal kräftig in die Hände gespuckt: In zahlreichen Ecken und Enden, auf und in meinem Rohbau schreiten die Arbeiten im LEAN-Takt weiter voran.

Mit den letzten betonierten Attiken ist mein Rohbau nun endgültig fertiggestellt; heißt: die Baukräne werden nicht mehr benötigt. Gleich im neuen Jahr, am 3. Januar, wird der kleinere der beiden Kräne, der K2 auf Höhe der nördlichen Bauabschnitte 1 und 2, demontiert und abtransportiert. Noch in dieser Woche wird auch der Dachdecker mein Dach mit der Lage Dachpappe komplett abgedichtet haben, um den nötigen Nässeschutz für den Innenausbau zu gewährleisten. Die Bauabschnitte 1 bis 4 sind bereits dicht; das Staffelgeschoss und die Vorstandsterrasse im Abschnitt sind in Arbeit.

 

Auch die Fenster-Monteure kommen zügig voran: Die Etagen 1 und 2 sind mittlerweile rundum verglast, von außen abgedichtet und von innen versiegelt. Auf diesen Ebenen läuft zudem die Bauheizung, um die für den Innenausbau nötige Mindesttemperatur von 5 Grad jederzeit sicherzustellen. Im 3. OG läuft derzeit die Verglasung und Abdichtung; die Fensterrahmen sind nahezu vollständig einbaut. Die ersten Fenster für das Staffelgeschoss (4.OG) und das Erdgeschoss wurden bereits angeliefert und zum Einbau verteilt: Zum Start der zweiten Kalenderwoche, am 8. Januar, verteilt sich das 25 Mann starke Team von Metallbau Vos auf die beiden ausstehenden Etagen und beginnt mit der Fenstermontage in den Bauabschnitten 4.1, 4.2 und E.1.

Beim Innenausbau verteilen sich die Verputzer, Kapillarrohrdecken-Monteure, Elektriker und Trockenbauer auf die Stockwerke 1 und 2, wobei die Arbeiten im 1. OG denen im 2. OG etwa eine halbe Etage voraus sind. In den Bauabschnitten 1.1 und 1.2 wurden die Hohlraumböden bereits montiert und der Fließestrich aufgebracht, sodass die Trockenbauer in der zweiten Januarwoche beginnen können, die Innenwände zu stellen. Parallel dazu haben die Installateure im 1.OG mit den vorbereitenden Arbeiten für die Teeküchen und WC-Anlagen begonnen. Mitte Januar soll der Innenausbau auch in der dritten Etage starten. Und Ende Januar steigen die Lüftungsbauer als neues Gewerk in den LEAN-Zug ein, um in den abgehängten Flurdecken die Lüftungen zu installieren.

Fazit: Die Arbeiten auf meiner Baustelle liegen gut im vorgegebenen Zeitplan. Und deshalb legt das SIEGI.241-Team nun über die Feiertage eine wohlverdiente zweiwöchige Erholungspause ein. Am 8. Januar geht es mit dem Innenausbau weiter. Auch ich nehme mir eine kurze (Blog-)Auszeit und melde mich in der ersten Januarwoche mit einer kleinen Überraschung für Euch zurück.

Bis dahin. Ich wünsche Euch allen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

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Schlank gebaut

Ich verrate Euch jetzt mal was – und das ist kein Scherz: Ich bin schlank gebaut. Wirklich! Ist so. Dass das von außen hin nicht gleich jedem ins Auge fällt, ist kein Wunder: Meine Schlankheit kommt sozusagen eher von innen heraus. Es geht, genauer gesagt, um meinen Innenausbau. Der ist nämlich nach den Prinzipien von LEAN Construction geplant, zu Deutsch: „Schlankes Bauen“. Das sagt jetzt auch nicht viel mehr, zugegeben. Aber ich versuche jetzt mal Euch zu erklären, wie das mit dem LEAN Construction auf meiner Baustelle läuft und warum man das macht.

Bei meinem Innenausbau geht es ganz grundsätzlich darum, 15 verschiedene große Gewerke (plus einige kleinere) mit ihren Arbeitsleistungen zeitlich und räumlich so zu koordinieren, dass sie sich nicht untereinander behindern oder aufhalten. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass die einzelnen Arbeitsschritte systematisch aufeinander aufbauen, also unmittelbar oder mittelbar voneinander abhängig sind. Beispiel: Erst wenn die Fenster dicht sind, kann der Verputzer starten. Und erst wenn Wände und Decken verputzt sind, können die Elektriker die Kabel verlegen usw. Heißt: Ohne genaue Planung wäre hier das Chaos vorprogrammiert. Der Einsatz der LEAN-Methode soll helfen, die Verschwendung von Zeit und Ressourcen (sprich: Geld) zu vermeiden sowie Qualität (weniger Mängel) und Sicherheit (weniger Unfälle) zu optimieren. Kurz: Effizienz ist das Ziel – und zwar zum Wohle aller Beteiligten: Bauherrschaft, Generalunternehmen und Partnerfirmen (Nachunternehmen).

Für meinen Innenausbau ist das SIEGI.241-Team deshalb um einen LEAN-Manager von der ZÜBLIN-Direktion NRW erweitert worden. Der Mann heißt Sebastian Eyl und wird Euch hier demnächst noch näher vorgestellt. Gemeinsam mit SIEGI-Projektleiter Andreas Iselborn und den Bauleitern hat Sebastian Eyl bereits im Vorfeld einen Rhythmus (Takt) definiert, in dem die unterschiedlichen Arbeitsschritte optimal aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt sind. Dieser sogenannte Gebäude-Zug (auch: Pull-Planung für die Ausbaugewerke) ist die Basis für den detaillierten Terminplan, in dem detailliert – Woche für Woche und Bauabschnitt für Bauabschnitt – festgehalten ist, welche Arbeiten wann und wo zu erledigen sind. Es ist eine rollierende Planung, die wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf – stets zwei Kalenderwochen im Voraus – aktualisiert wird. Dazu gibt es jeden Mittwochvormittag eine LEAN-Besprechung über die Ausbaufortschritte, an der neben Andreas Iselborn und den Bauleiterinnen und Bauleitern auch alle an meinem Innenausbau bereits beteiligten Partnerfirmen teilnehmen.

Dann hält Sebastian Eyl im SIEGI-Konferenzraum die Fäden in der Hand, und an wandfüllenden Wochenplänen, gegliedert nach Bauabschnitt und Tagen, bringen bunte Haftnotiz-Zettel Farbe ins Spiel. Jedes Gewerk hat seine eigene Farbe: mittelblau ist der Putz, grün ist der Hohlraumboden, braun der Trockenbau. Signalrot leuchten Gewerke übergreifende Meilensteine, wie „Fassade dicht“ oder „Freigabe Wände“. Die auf den Zetteln notierten Arbeitsleistungen sind pro Bauabschnitt so bemessen und vordefiniert, dass die Nachunternehmen sie in der Regel binnen einer Woche bzw. fünf Werktagen erbringen müssen. „Wir geben die Zeit vor – und unsere Partnerfirmen müssen ihr Personal entsprechend kalkulieren“, erklärt Andreas Iselborn. Bei Zeitverzug werde auch schon mal am Wochenende gearbeitet: „Samstag ist der Puffertag.“

Auf der LEAN-Sitzung stehen die Vorwoche, die aktuelle und die kommende Woche im Fokus. Sebastian Eyl fragt zunächst  ab, ob die Arbeiten nach Plan erledigt sind oder nicht. Bei Verzögerungen gilt es, neue Termine zu fixieren. Entsprechend verschiebt der LEAN-Experte die Haftzettel auf den Wochenplänen. Im Idealfall kann er alle erledigten Haftzettel abnehmen. So entsteht im Zuge der Besprechung nach und nach ein neuer detaillierter Plan für die laufende Woche und die beiden Folgewochen. Im Nachgang digitalisiert Sebastian Eyl die Änderungen in einer Datenbank und verschickt Arbeitslisten an die beteiligten Subunternehmen. „Grundsätzlich beschreibt der ursprüngliche Plan den Optimalablauf“, so Andreas Iselborn, „aber Abweichungen sind möglich.“ Und manchmal auch gar nicht zu vermeiden, etwa wenn Feuchtigkeit im Gebäude manche Arbeit blockiert.